Servais Haanen

Servais Haanen

Avantgardistische Klangästhetik eines Grenzgängers: Servais Haanen, Ausnahmeakkordeonist und musikalischer Querdenker, hat sich mit dem diatonischen Akkordeon als einfühlsamer Musiker und Komponist profiliert, der es versteht, die musikalische Idee auf den Kern der Aussage zuzuspitzen. Kennzeichnend für seine Kompositionen sind minimalistisch- respektive Strukturen und magnetisch- mitziehende Melodien ohne jede Kitsch- Attitüde.

Eine seiner liebsten Beschäftigungen ist seine vielfältige Ensemblearbeit mit außergewöhnlicher bis unmöglicher Besetzung. Entsprechend verhält er sich zu seinem Instrument: Das diatonische Akkordeon, ursprünglich ein Volksinstrument, ist so gebaut, dass sich Folklorestücke gut darauf spielen lassen, anderes aber schwer bis gar nicht.
Servais Kompositionen sprengen oft diesen Rahmen – er lässt sein Akkordeon in Sphären vordringen, in denen es bisher nichts zu suchen hatte…
… accordion reduced to the max!

Servais ist Drahtzieher und Organisator der jährigchen „Akkordeonale“ (www.akkordeonale.de)

Ergänzung 2011:

Servais hat seine frühere Doppelheimat — Klassik und Folkmusik — weit hinter sich gelassen, und sich auf einen Weg gemacht, der steiniger ist als er zunächst wirken mag.

Denn er hat sich entschieden, seine musikalischen Ideen, die wie eine Mischung aus Minimal Music, Nachtbar-Jazz, Musette und der Liebe zum Empfindsamen funktionieren, auf dem diatonischen Knopfakkordeon umzusetzen.

Diatonisches Knopfakkordeon

Für Nichtkenner der Akkordeonwelt sei dazu Folgendes erläutert: Das diatonische Akkordeon, auch als Ziehharmonika bekannt, ist ein Volksinstrument, das über zwei verschiedene Dur-Tonleitern und eine Moll-Tonleiter verfügt, sowie über die dazu gehörigen Bässe und Akkorde, um das Ganze zu begleiten.

Zum Glück hat Servais’ Instrument noch eine zusätzliche Reihe mit Halbtönen, wodurch sich noch andere Möglichkeiten ergeben. Außerdem ist das Instrument bitonal, das heißt, dass sich unter jedem Knopf zwei Töne befinden: Zug und Druck ergeben jeweils einen anderen Ton.

Traditionell ist das Instrument so gebaut, dass Folkstücke gut darauf zu spielen sind, anderes aber schwer bis gar nicht.

Servais’ einfühlsame Kompositionen und einfühlsame Arrangements dagegen sprengen oft diesen traditionell gesetzten Rahmen. Er lässt sein Akkordeon in Sphären vordringen, in denen es bisher nichts zu suchen hatte.

Nur mit erheblichen Tricks kann er die Klänge spielen, die er innerlich hört. Einfacher wäre es natürlich, ein chromatisches Instrument zu spielen. Servais empfindet es aber als Herausforderung, das diatonische Akkordeon als vollwertiges Instrument zu betrachten, auf dem alles geht — auch, wenn es eigentlich nicht geht…

Außergewöhnliche Besetzungen

Eine von Servais liebsten Beschäftigungen ist seine vielfältige Ensemblearbeit mit außergewöhnlicher bis unmöglicher Besetzung. (Man denke dabei an Kombinationen von z.B. Tuba, Geigen, Blockflöten, Schlagzeug, Flügelhorn, Occarina und Drehleier, oder 10 Harfen und ein Akkordeon…)

Dank seiner vielfältigen Bandarbeit, unter anderem mit Appellation Contrôlée (Avantgarde), Quatro Ventos (Fado und portugiesische Musik) und beim KlangWeltenFestival (Weltmusik) sowie seiner Komponistentätigkeit für verschiedene Musiktheater-Produktionen und Dokumentarfilme, bringt Servais unterschiedlichstes Musikmaterial ins Spiel.

Mit großem Sachverstand und einer gehörigen Portion Humor führt er die Musiker fachgerecht in eine für sie bis dahin unbekannte musikalische Welt ein. Außerdem leitet er Akkordeon-Workshops zu verschiedensten Themen.

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