Die letzte Ausgabe von “Intermusik” – Ein Kommentar

Intermusik

“Intermusik”, die sich im Titel als “Größte Zeitung für Harmonika” bezeichnet, erscheint nicht mehr. Die Juli-Ausgabe der Monatszeitschrift war die letzte, die produziert wurde. 18 Jahre war die Musik-Zeitung auf dem Markt. Die Zeitung hatte zuletzt eine Auflage von 50 000 und erschien in 1 00 Ländern. Begründer und Verleger Prof. Ulrich Schmülling schreibt auf Seite 2 der letzten Ausgabe: Bekanntlich soll man aufhören, wenn es am schönsten ist und nicht dann, wenn es nötig ist.” Ganz und gar aus seiner eigenen Überzeugung und seinem inneren Gefühl folgend habe er sich entschlossen, die Zeitung einzustellen. Über die Mitarbeiter, die ihre Arbeit verlieren, verliert er auf der fast einseitigen Stellungnahme zum Einstellen der Zeitung kein Wort. Stattdessen ordnet er “Intermusik” dem “Weltjournalismus” zu. Sie sei eine Zeitung, die weltweit vertrieben wurde. Im Impressum wird eine Niederlassung in China erwähnt, als Verlagsadresse wird Vilnius in Litauen angegeben.
Zugute halten muss man der eigenwilligen 16-seitigen Zeitung, dass sie umfangreich auf Veranstaltungen, Festivals und vor allen Dingen Wettbewerbe verwies. Die Aktualität ließ dagegen sehr zu wünschen übrig. Auch Stars der internationalen Akkordeonszene fand man häufig nur als Randnotiz.
Nicht aktuell
Auch in der letzten Ausgabe blieben Verleger und Redaktionsteam diesem Prinzip – weltweit, aber nicht aktuell – treu. So handelt der Aufmacher der letzten Zeitung von einem Akkordeonfestival in einer polnischen Kleinstadt, das vor drei Monaten stattfand. Und natürlich werden wieder viele Akkordeonspieler aufgeführt.
Aber welchen deutschen Zeitungsleser und Akkordeonspielter interessiert ernsthaft, wer in einer polnischen Kleinstadt den ersten Preis in der Kategorie Solisten, Klassik, Amateure bis 18 Jahre gemacht hat?
Der Zweitaufmacher berichtet von einem einem Akkordeonfestival in Griechenland.
Relaunch wäre nötig gewesen
“Intermusik” hätte eines Neustarts in neuer Aufmachung mit anderen Schwerpunkten bedurft. In einer Medienwelt, wo Akkordeon-Blogger im Internet zeitnah über die weltweite Akkordeonszene aufklären, ist eine deutschsprachige Zeitung mit weltweitem Anspruch, die den Nachrichten hinterher hinkt, ein Anachronismus.
Vermissen werden viele Akkordeonspieler die Tourdaten und die Festival-Termine, die monatlich gut aufgelistet wurden, sowie die Terminbörse.

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