Berliner Akkordeonquartett -CD – Raum für unglaubliche Vielfalt

baq-cd

Franziska Klimpel, Kirsten Mögelin, Silke Lange und Anja Dolak haben vor fünf Jahren das Berliner Akkordeonquartett gegründet. Die vier Spielerinnen sind Anfang 30 und haben sich während des Studiums an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin kennengelernt. Ihre erste CD “BAQ – Berliner Akkordeonquartett” zeigt einen Querschnitt des künstlerischen Wirkens der vier Frauen. Beschwingte Tangos von Piazzola, Troilo und Galliano, aber auch Klassik wie Asturias (Albeniz) und ein Bach-Präludium sind sehr anspruchsvoll für vier Akkordeons arrangiert. Zwei schöne Melodien stammen von Franziska Klimpel und sind der Weltmusik zuzuordnen. Wir sprachen mit Anja Dolak, einem Mitglied des Quartetts:Hat die Zusammenstellung der Stücke eine besondere Bewandtnis?

Anja Dolak: Sie stellt einen Querschnitt unseres Programms dar – mit einem deutlichen Schwerpunkt auf sogenannter „Weltmusik“ incl. Tangos, aber auch mit Anteilen klassischer Musik, wie wir sie während unseres Akkordeonstudiums viel gespielt haben und moderneren Kompositionen, wie dem Stück „Schwere Schritte, leise Stimmen“ des Berliner Komponisten Christof Herzog, welches 2007 für das Berliner Akkordeon Quartett BAQ geschrieben wurde.

Sie spielen Galliano und Piazzola – Haben Sie die Musik selbst für Quartett umgeschrieben?

Anja Dolak: Die Stücke von Richard Galliano hat Franziska Klimpel für unser Quartett arrangiert, die Stücke von Astor Piazzolla hat Kirsten Mögelin arrangiert. Außerdem gibt es eine Originalkomposition von Piazzolla für vier Akkordeons – Ballet Tango.
Gallianos Stücke spielen wir lyrischer als er selbst. In den Stücken von Piazzolla versuchen wir die Kraft des Tangos umzusetzen und uns am Klang des Bandoneons zu orientieren.

Wenn ich Sie mit accordion tribe vergliche – was wäre bei Ihnen anders, womit könnten Sie sich identifizieren?

Anja Dolak: Wir stammen anders als die Spieler von accordion tribe alle aus demselben kulturellen Raum (Deutschland) und komponieren auch nicht alle für unser Quartett, aber wir möchten genau wie accordion tribe die unglaubliche musikalische Vielfalt zeigen, die in einem oder besser gesagt in vier Akkordeons stecken kann.
Dabei klingen wir ganz anders als accordion tribe. Wir haben einen „klassischeren Klang“, der schon allein durch den anderen Klang unserer Instrumente hervorgerufen wird, aber auch durch die Art unseres Spiels und die Auswahl der Stücke, die wir spielen. Wir befassen uns ebenso wie accordion tribe mit volksmusikalischen Einflüssen, spielen aber auch mit klassischen Werke und moderneren Kompositionen für Akkordeonquartett.

Gibt des musikalische Vorbilder?

Anja Dolak: Wir haben kein Akkordeonquartett als solches zum Vorbild. Jede von uns wird durch unterschiedliche Musiker (nicht nur Akkordeonisten) und deren Musik inspiriert. Jedoch mögen wir alle die Musik von Richard Galliano und Astor Piazzolla, deren Titel auch einen Teil unseres Programms ausmachen.

Was macht das Akkordeon mit Ihnen. Welche Momente genießen Sie im Zusammenspiel? Was sind Ihre Leidenschaften?

Anja Dolak: Wir alle genießen die vielen Ausdrucksmöglichkeiten beim Spiel auf dem Akkordeon. Von ganz zarten, leisen Tönen bis hin zu lauten Clusterklängen, welches in der Viererbesetzung besonders stark ausgelebt werden kann.

Was sind für Sie die schönsten Auftrittsstätten?

Anja Dolak: Wir lieben die Vielfalt unserer Auftrittsstätten: von kleinen, gemütlichen Clubs bis hin zu großen Konzertsälen oder Kirchen. Auch so manche open air location hat ihren ganz besonderen Reiz. Da unsere Musik so vielfältig ist, sind auch unsere Auftrittsorte ganz unterschiedlich. Genau das gefällt uns, weil es immer wieder etwas Neues zu erleben gibt.

Welches Publikum wünschen Sie sich?

Anja Dolak: Ein aufgeschlossenes Publikum, das nicht nur Akkordeonklischees bestätigt haben will oder nur ganz bestimmten Musikrichtungen zugeneigt ist, sondern sich gern überraschen lässt vom Klang unserer vier Akkordeons.

Mit Anja Dolak sprach Klaus Spellmeyer

Die Titel der CD:

Fuga 9 – Astor Piazzolla (3:06)
Responso – Annibal Troilo (3:01)
Ballet Tango – Astor Piazzolla (12:55)
Phrygisches Lied – Franziska Klimpel (5:15)
Präludium c-Moll, BWV 546 – J.S. Bach (5:48)
Asturias – Isaac Albéniz (5:50)
Tirupigazh – Trad. Indisch (6:27)
New York Tango – Richard Galliano (4:43)
French Touch – Richard Galliano (3:38)
Schwere Schritte, leise Stimmen – Christof Herzog (10:13)

Gesamtspielzeit 61:00

Die CD ist erhältlich über die Homepage des Quartetts:

www.akkordeonquartett.de

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